Wenn es im Sommer regnet, ist es herrlich, überdacht draußen zu sitzen und dem Trommeln der Tropfen zuzuhören. Ist kein Regenschutz angebracht, so ist dies nicht möglich. Selbst viele Terrassenpflanzen mögen kein ständiges Tröpfeln von oben und kümmern dahin. Ein Schutz gegen Regen erweitert unsere Wohnräume, schafft Atmosphäre und sorgt für ein positives Lebensgefühl. Nicht nur vor Regentropfen und leichten Wind bieten Markisen Schutz. Ständige Sonne, gerade in der Mittagszeit, heizt den Balkon oder die Terrasse auf und wird als unangenehm empfunden. UV-Strahlen sind in größeren Mengen schädlich und wir müssen uns, unsere Haustiere und Pflanzen schützen. Im Frühling, vormittags oder nachmittags, wenn „Clairchen“ nicht mehr stark brennt, wird dann die Markise eingefahren.

Nicht nur wir genießen im Freien die frische Luft, das Zwitschern der Vögel sowie die wärmende Sonne. Spaziergänger und neugierige Nachbarn müssen nicht alles sehen. Als Sichtschutz halten Markisen neugierige Blicke fern. Selbst Gesprochenes kann nicht zugeordnet werden.

In der Soldatensprache und im Seemannjargon war das aus dem Französischen stammende Wort „Marquise“ ein „Sonnendach aus Stoff“. Genau übersetzt bedeutete es damals „Markgräfin“. Ein passendes Sonnendach wertet ein Gebäude optisch auf und ist praktisch. Für einen einfachen Sonnenschutz braucht es keine Genehmigung eines Amtes. Wird das Sonnendach fest installiert, so müssen, je nach Bundesland, Denkmalschutzbehörden oder Bauämter um eine Genehmigung gebeten werden. Für Mietwohnungen bieten sich Klemmmarkisen an, die nicht anmontiert werden müssen, sondern sich durch einen Klemmmechanismus befestigen lassen. Somit kann geschickt eine geforderte Genehmigung des Vermieters umgangen werden. Selbst Camper nutzen Markisenkonstruktionen an Wohnwagen und Wohnmobilen. In Deutschland dürfen diese nur auf Campingplätzen, Stellplätzen oder Privatgrundstücken ausgefahren und genutzt werden, da sie ein eindeutiges Indiz für das Campen sind.

Es gibt sie in verschiedensten Variationen, Mustern, Materialien, Größen und für jeden Geschmack. Vor Geschäften, Cafés und Restaurants kommen Korbmarkisen zum Einsatz. Durch ihre Form sind sie gut windbeständig. Ein starres Untergestell eines zum Viertelkreis gebogenen Gestells wird hier an der Wand befestigt und mit Stoff bespannt. Wurden früher Weidenruten genutzt, so wird heute für das Untergestell leichtes, beständiges Aluminium bevorzugt. Gelenkarmmarkisen bestehen aus, wie es der Name schon sagt, mindestens aus zwei Gelenkarmen. Praktisch lassen sich diese durch die Betätigung einer Handkurbel oder eines elektrischen Antriebes einfahren oder ausfahren. Seitenmarkisen werden vertikal angebracht und bilden eine hübsche, luftdurchlässige Seitenwand. Dafür eignen sich auch Rollmarkisen. Auch vor Fenstern kommen diese als Sonnenschutz und als Verdunklungshilfe zum Einsatz. Das Markisentuch wird auf einer Tuchwelle aufgerollt und bei Bedarf abgerollt. Ebenfalls zu den Rollmarkisen gehört die Fallarmmarkise. Zusätzlich zum Rollmechanismus wird der Stoff durch Seitenarme gespannt. Kassettenmarkisen besitzen eine Kassette, in der sie bei Nichtgebrauch versteckt und geschützt ist. Kassettenmarkisen vereinen Eigenschaften von Rollmarkisen und Gelenkarmmarkisen. Beim Ausfahren wird der Stoff aufgerollt und gleichzeitig, durch die Gelenkarme, gespannt. Um Swimmingpools oder große Terrassen zu beschatten, bieten sich frei stehende Variationen an. Eine Kassettenmarkise 4×3 Meter kann spielend eine große Terrasse überspannen. Ein Markisenschirm ist ein rechteckiger Sonnenschirm. Hier wird das Markisentuch gespannt, nicht an der Wand befestigt, sondern durch einen robusten Fuß gehalten. Markisoletten kommen bei großen Fensterfronten zum Einsatz. Der obere Teil beschattet senkrecht das Fenster, wogegen der untere Teil der Vorrichtung, durch eine Armtechnik, aufstellt. Der Aufstellwinkel ist universell einstellbar.

Markisentücher versprechen Haltbarkeit, wenn sie nicht aus reiner Baumwolle oder Leinen gefertigt werden. Bewährt haben sich synthetische Stoffe aus Acryl, PVC und Polyester.

Die Unterkonstruktion sollte aus haltbaren, formbeständigen Grundmaterialien bestehen. Aluminium, rostfreier Edelstahl oder kunststoffbeschichteter Stahl bieten einen korrosionsfreien Untergrund. Tropenhölzer sowie Hartholz, wie Eiche und Akazie, zählen ebenfalls zu den robusteren Materialien. Hier muss allerdings gegen den tierischen Befall, wie Holzwürmer oder Nagekäfer, vorgebeugt werden.